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	<title>Flüchtingsunterkünfte - Christian Lanz</title>
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	<description>Kommunalpolitik f&#252;r Horn-Bad Meinberg</description>
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	<title>Flüchtingsunterkünfte - Christian Lanz</title>
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		<title>Wo Geflüchtete Menschen Unterbringen?</title>
		<link>https://christianlanz.de/wo-gefluechtete-menschen-unterbringen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Lanz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 14:39:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Meinberg]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtingsunterkünfte]]></category>
		<category><![CDATA[Horn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Ankündigung der Verwaltung in der Tillestraße Wohncontainern zu errichten, ist eine Debatte über die Aufnahmefähigkeit der Stadt entbrannt.</p>
<p>The post <a href="https://christianlanz.de/wo-gefluechtete-menschen-unterbringen/">Wo Geflüchtete Menschen Unterbringen?</a> first appeared on <a href="https://christianlanz.de">Christian Lanz</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der überraschenden <a href="https://www.horn-badmeinberg.de/Aktuelles/Nachrichten/Stadt-plant-Wohncontainer-für-Geflüchtete-in-der-Tillestraße-Informationsveranstaltung-am-05-September.php?object=tx,3165.5.1&amp;ModID=7&amp;FID=449.3099.1&amp;NavID=3165.47&amp;La=1&amp;kat=8.51%2C390.4" target="_blank" rel="noopener" title="">Ankündigung</a> der Verwaltung weitere Unterkünfte geflüchtete Menschen in der Tillestraße in Horn in Form von Wohncontainern zu errichten, ist eine Debatte über die Aufnahmefähigkeit der Stadt entbrannt. Bestimmt wird diese Debatte insbesondere von dem Wunsch aus Teilen der Bevölkerung keine weiteren Menschen mehr aufzunehmen. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Informationen stehen am Anfang nicht am Ende</h5>



<p>Wenn Entwicklungen sich abzeichnen, welche die Stadtgemeinschaft betreffen, ist es Aufgabe von Verwaltung und den politisch Verantwortlichen eine Antwort für diese Entwicklungen zu erarbeiten. Und während die Verwaltung den gesetzlichen und finanziellen Rahmen, die Zuständigkeiten und verwaltungstechnischen Abläufe im Blick hat, sind es die politisch Verantwortlichen, die die Interessen, Fragen, Sorgen und Probleme der Bevölkerung im Blick haben.</p>



<p>Die Entwicklung einer Antwort auf bestimmte Entwicklungen erfordert am Anfang vor allem Informationen. Dabei hat die Verwaltung zumeist einen Informationsvorsprung gegenüber dem politischen und vor allem dem öffentlichen Raum. Diesen Informationsvorsprung gilt es so schnell wie möglich abzubauen. Politischer Raum und Öffentlichkeit müssen frühzeitig informiert werden. Erst dann ist ein für alle möglichst transparenter Entscheidungsprozess möglich, der den politisch Verantwortlichen und der betroffenen Bevölkerung die Möglichkeit der Beteiligung bietet.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Debatten gehen entscheidungen voraus</h5>



<p>Selbstverständlichkeiten brauchen nicht ausgesprochen werden, doch lohnt es diese ins Gedächtnis aller Entscheidungsträger zu rufen. Es braucht die politische Debatte bevor Entscheidungen von den dafür gewählten Entscheidungsträgern getroffen werden. In dieser Debatte gilt es sich über alle Informationen und die Interessen aller Beteiligter auszutauschen, diese einzuordnen und auch zu beurteilen. Geführt werden sollte diese Debatte in formalen Gremien ebenso wie in informellen Formaten, zwischen gewählten Stadtverordneten und sachkundigen Bürgern ebenso wie zwischen Bürgerinnen und Bürgern der Stadtgemeinschaft, unabhängig davon ob nun direkt oder indirekt betroffen.</p>



<p>Das ist anstrengend, aber unabdingbar. Es ist das Wesen der Demokratie. Gelingen kann dies jedoch nur, wenn Debatten mit Respekt voreinander geführt werden. Mit Respekt vor dem anderen Menschen, mit Respekt vor dem berechtigten Interesse, mit Respekt vor dem Argument. Wer auch immer dazu nicht in der Lage ist, disqualifiziert sich selbst im demokratischen Diskurs und kann nicht erwarten von allen anderen ernst genommen zu werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">wir befinden uns am Anfang der Debatte</h5>



<p>Am Ende einer Debatte, nachdem die Sachlage geklärt, alle Argumente ausgetauscht und gewichtet wurden, fällt eine Entscheidung. Eine Gewichtung der Argumente führt entlang transparenter Entscheidungskriterien, basiert auf einer klaren Wertorientierung. Nur so erklärt sich, dass am Ende einer Debatte unterschiedliche Ergebnisse stehen können. Unterschiedliche Ergebnisse trotz gleicher Sachlage und der Kenntnis aller Argumente. In einer Demokratie entscheidet am Ende die Mehrheit darüber, welche Argumente schwerer wiegen. Eine solche Entscheidung und die Kritik daran zu tolerieren ist in einer demokratischen Gesellschaft die größte aller Leistungen.</p>



<p>In der Frage nach der Unterbringung geflüchteter Menschen befinden wir uns am Anfang der Debatte. Auch wenn manche sich bereits mittendrin wähnen, andere die Debatte am liebsten in ihrem Sinne beenden möchten, befinden wir uns erst am Anfang. Es fehlt allen Beteiligten an Informationen, um diese Debatte auf einer gemeinsamen Sachlage zu führen. Der Informationsvorsprung der Verwaltung muss erst beseitigt werden. Fundamental, dass die Debatte auf derselben Grundlage geführt wird. Einer Grundlage, die nahezu unwidersprochen von allen akzeptiert wird. An diesem Punkt sind wir nicht.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Informieren, Debattieren, Entscheiden</h5>



<p>Die Informationsveranstaltung am 05.09.24 um 18 Uhr im Rathaussaal ist ein erster wichtiger Schritt. Im Anschluss kann man mit recht sagen, dass wir uns alle auf demselben Informationsstand befinden, eine gemeinsame Grundlage haben. Anschließend kann die Debatte um die Unterbringung von geflüchteten Menschen tatsächlich beginnen. Dann wird die Stadtgemeinschaft in der Lage sein auf die Sache bezogen Interessen zu artikulieren und Argumente auszutauschen. Dann wird die Stadtgemeinschaft in der Lage sein Argumente abzuwägen und zu entscheiden. <a href="https://christianlanz.de/moechte-sich-die-cdu-in-horn-bad-meinberg-aus-der-verantwortung-stehlen/" target="_blank" rel="noopener" title="">Vorausurteile</a>, die die Sachlage in Teilen verzerrt wiedergeben sind dabei wenig hilfreich.</p>



<p>Eine Grundlage dieser Debatte, die von einem von Teil der Stadtgemeinschaft ignoriert wird, steht aus meiner Sicht jetzt bereits fest. Die Fragestellung kann nicht das ob, sondern nur das wie und wo sein. Alles andere liegt in der Zuständigkeit anderer Ebenen wie Kreis und Land. Fest steht auch, dass dies keine leichte Debatte werden wird. Meine Befürchtung ist, dass sich viele nicht an demokratische Spielregeln und Debattenkultur halten werden. Zu stark sind die Emotionen bei diesem Thema, zu stark das Urteilsvermögen von Teilen der Stadtgemeinschaft getrübt durch Angst. </p>



<p>Im Bewusstsein der Fehler, die gemacht wurden, gilt es dieser Debatte einen Neustart zu geben. Der Standort mag von der Verwaltung favorisiert werden, entschieden ist das jedoch noch nicht. Dafür braucht es alle Informationen und eine offene Debatte über mögliche Alternativen. Was dann am Ende herauskommt kann zu diesem Zeitpunkt nur offen sein.</p><p>The post <a href="https://christianlanz.de/wo-gefluechtete-menschen-unterbringen/">Wo Geflüchtete Menschen Unterbringen?</a> first appeared on <a href="https://christianlanz.de">Christian Lanz</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Möchte sich die CDU aus der Verantwortung stehlen?</title>
		<link>https://christianlanz.de/moechte-sich-die-cdu-in-horn-bad-meinberg-aus-der-verantwortung-stehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Lanz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2024 21:01:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtingsunterkünfte]]></category>
		<category><![CDATA[Horn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verantwortung für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen kann sich Verwaltung und Rat nicht entziehen.</p>
<p>The post <a href="https://christianlanz.de/moechte-sich-die-cdu-in-horn-bad-meinberg-aus-der-verantwortung-stehlen/">Möchte sich die CDU aus der Verantwortung stehlen?</a> first appeared on <a href="https://christianlanz.de">Christian Lanz</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das auf der Homepage der CDU Horn-Bad Meinberg (HBM) am 28.08.24 erschienene Positionspapier mit dem Titel „CDU fordert <a href="https://www.cdu-hbm.de/news/lokal/114/CDU-fordert-Planungsstopp-fuer-Mobilheime-.html" target="_blank" rel="noopener" title="">Planungsstopp für Mobilheime</a>“ thematisiert die von der Verwaltung geplante Errichtung von Flüchtlingsunterkünften in der Tillestraße. Darin lehnen die Autoren Patrick Pauleikhoff und Michael Ruttner, beide CDU Horn und Mitglieder des Stadtrats, die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften in der Tillestraße und jegliche Verantwortung für dieses Vorhaben ab und fordern einen sofortigen Planungsstopp.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Argumentation mit Lücken</h5>



<p>Einleitend berichten die Autoren, dass in der vorausgegangenen Woche bekannt geworden sei, dass der Bürgermeister der Stadt HBM die Ausweisung städtischer Flächen für Flüchtlingsunterkünfte plane und dahingehend die Anschaffung entsprechender Container und die Stellung eines Bauantrags beauftragt habe. Das beschriebene Verwaltungshandeln sei ohne die Beteiligung der politischen Vertreter im Alleingang geschehen.&nbsp;</p>



<p>Öffentlich bekannt wurde diese Information durch eine <a href="https://www.horn-badmeinberg.de/Aktuelles/Nachrichten/Stadt-plant-Wohncontainer-für-Geflüchtete-in-der-Tillestraße-Informationsveranstaltung-am-05-September.php?object=tx,3165.5.1&amp;ModID=7&amp;FID=449.3099.1&amp;NavID=3165.47&amp;La=1&amp;kat=8.51,390.4" target="_blank" rel="noopener" title="">Pressemitteilung der Stadt</a>, welche am 21.08.2024 veröffentlicht wurde, worauf sich die Autoren möglicherweise beziehen. Aber auch im Vorfeld wurde in Ausschüssen darüber berichtet, dass Unterbringungskapazitäten nahezu ausgeschöpft sind und die Verwaltung eine vorsorgliche Erweiterung dieser Kapazitäten anstrebt.</p>



<p>Im Anschluss wird Michael Ruttner zitiert, der die Planungen der Stadt ohne Einbeziehung der politischen Vertreter kritisiert und einen „sofortigen Planungsstopp“ fordert. Für die CDU schließt Herr Ruttner aus, dass Sie dafür politische Verantwortung übernehmen.</p>



<p>Im weiteren Verlauf behauptet Herr Ruttner aus nicht näher genannten Fachausschüssen und einer nicht näher benannten Informationsveranstaltung mit einer nicht benannten leitenden Mitarbeiterin des Kreises Lippe, dass eine Vielzahl der in städtischen Flüchtlingswohnheimen untergebrachten Flüchtlinge „ausschließlich subsidiären Schutz“ genießen würden und somit nur geduldet seien. Dieser Umstand führe bereits zu einer hohen Kapazitätsauslastung.</p>



<p>Genaue Zahlen nennt Herr Ruttner nicht. Zudem reduziert Herr Ruttner den subsidiären Schutz, der seit der durch die <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/asylvfg_1992/__4.html" target="_blank" rel="noopener" title="">Bundesregierung 2013 umgesetzten EU-Richtlinie</a> zur institutionalisierten Schutzstatusform aufgewertet wurde, auf eine Duldung, welche suggeriert man könne diese jederzeit widerrufen. Subsidiärer Schutz erhalten hingegen alle Personen, die einer entsprechenden Prüfung standhalten und ihre Schutzbedürftigkeit nachgewiesen haben.</p>



<p>Weiter verweist Herr Ruttner in der Folge auf Integrationsprobleme mit EU-Bürgern in der Innenstadt von Horn und bezeichnet diese als stadtbildprägend. Diese Probleme würden zu einer hohen Arbeitsbelastung der Verwaltung führen. Die Kapazitäten seien erschöpft laut Herrn Ruttner erschöpft.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Dauerhafte Lösung?</h5>



<p>Herr Pauleikhoff behauptet im Anschluss, dass mit den „Mobilheimen“ eine dauerhafte Lösung gefunden wurde, die kostenintensiv sei und den Haushalt der Stadt belaste, zumal eine fortwährende Betreuung sichergestellt werden müsse.</p>



<p>Für welches Problem die von so genannten „Mobilheime“ dauerhaft lösen sollen, bleibt unklar. Inwiefern der Haushalt der Stadt belastet wird, bleibt ebenfalls unklar. In der <a href="https://www.horn-badmeinberg.de/Aktuelles/Nachrichten/Stadt-plant-Wohncontainer-für-Geflüchtete-in-der-Tillestraße-Informationsveranstaltung-am-05-September.php?object=tx,3165.5.1&amp;ModID=7&amp;FID=449.3099.1&amp;NavID=3165.47&amp;La=1&amp;kat=8.51,390.4" target="_blank" rel="noopener" title="">Pressemitteilung der Stadt</a> ist von Landesmitteln die Rede, welche für die „übergangsweise“ Aufstellung von Wohncontainern genutzt werden sollen. Tatsächlich hat das Land Ende 2023 über <a href="https://www.land.nrw/pressemitteilung/land-stellt-808-millionen-euro-fuer-die-kommunen-zur-unterbringung-und-versorgung" target="_blank" rel="noopener" title="">800 Millionen zur Unterbringung und Versorgung Schutzsuchender</a> für die NRW-Kommunen bereitgestellt. Der Stadt Horn-Bad Meinberg wurden aus diesen Mittel über <a href="https://www.mkjfgfi.nrw/system/files/media/document/file/liste-verteilung-115593-mio.-euro.pdf" target="_blank" rel="noopener" title="">eine halbe Millionen Euro</a> zugewiesen.</p>



<p>Ergänzend kritisiert Herr Pauleikhoff, dass der Bürgermeister keine Informationen darüber weitergegeben habe, wie viele „Integrations-, Kita-, und Schulplätze“ zur Verfügung stünden, damit die Menschen sozialverträgliche aufgenommen werden könnten.&nbsp;</p>



<p>Die Planungen befinden sich laut Pressemitteilung der Stadt jedoch in einem frühen Stadium, ob entsprechende Informationen in den anstehenden Ausschüssen weitergegeben werden bleibt offen.</p>



<p>Abschließend bewerten Herr Ruttner und Herr Pauleikhoff die von der Stadt geplante Informationsveranstaltung als überflüssig, da die Entscheidung für den Standort bereits gefallen sei. Sie appellieren an den Bürgermeister eine Überlastung der städtischen Einrichtungen zu vermeiden und einen sofortigen Planungsstopp zu veranlassen.</p>



<p>Weiterhin fordern Sie den Bürgermeister auf sich für eine konsequente Abschiebung bei Kreis und Land einzusetzen und Informationen zum Fachkräftezuwanderungsgesetz an Nichtbleibeberechtigte weiterzugeben.</p>



<p>Nicht deutlich wird jedoch, wer aus Sicht des Herrn Ruttner und des Herrn Pauleikhoff abgeschoben werden soll, da es sich nach eigener Aussage bei einer „Vielzahl“ der Flüchtlinge in HBM um subsidiär Schutzbedürftige handelt, die in der Regel nicht abgeschoben werden solange die Gründe für den Schutzstatus noch vorliegen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Worum es der CDU geht</h5>



<p>Die Autoren verwenden eine Vielzahl eher negativ eingesetzter Begriffe wie „eigenmächtig“, „Alleingang“ „angespannte Kassenlage“, „im Unklaren lassen“, um damit den aus Ihrer Sicht Verantwortlichen in ein schlechtes Licht zu rücken. Des Weiteren berufen Sie sich auf eine jedoch nicht näher genannte Autorität, ein leitende Mitarbeiterin des Kreises Lippe, um ihrem Argument Nachdruck zu verleihen, dass die Flüchtlingsunterkünfte in HBM zu unrecht überlastet seien und lediglich eine konsequente Abschiebung nötig sei, um Platz zu machen. Dabei verwenden Sie den Begriff der Duldung, um den Eindruck zu erwecken es handle sich um Personen, deren Aufenthaltsrecht jederzeit beendet werden könne.</p>



<p>Die Intention der Autoren ist es den Bürgermeister für die Planung von Flüchtlingsunterkünften zu kritisieren. Weiterhin möchten die Autoren vor einer Überlastung der städtischen Verwaltung warnen, sowie durch die Herstellung eines Bezugs zwischen Flüchtlingen und den Integrationsproblemen mit bestimmten EU-Bürgern Befürchtungen&nbsp; bei der Bevölkerung wecken. Zudem möchten die Autoren an den Bürgermeister appellieren die Planungen für die Flüchtlingsunterkünfte zu stoppen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine Überlastung der Kommune?</h5>



<p>Die Autoren kritisieren die geplanten Flüchtlingsunterkünfte auf zwei Ebenen. Zum einen ist da die Kritik, die sich auf eine Überlastung der Verwaltung, der Aufnahmekapazität der Stadt und der städtischen Finanzen beruft. Alle diese Punkte bleiben jedoch auf der Ebene der Vermutungen und Behauptungen stehen. Eine Überlastung der Verwaltung bleibt Vermutung, das die Stadt keine Kapazitäten in sozialen Einrichtungen habe wird lediglich mit dem Verweis angedeutet, der Bürgermeister habe hierzu keine Informationen weitergegeben. Ob danach gefragt wurde, bleibt offen. </p>



<p>Die Aufnahme weiterer Flüchtlinge wird zu einer Belastung führen, ganz klar. Hier wären dann Verwaltung und Politik gefragt dieser Mehrbelastung durch geeignete Maßnahmen zu begegnen. Eine finanzielle Überlastung wird ebenfalls nur behauptet. Dabei ist davon auszugehen, dass für die Unterbringung von Flüchtlingen Bundes- und Landesmittel zur Verfügung stehen. Darüber könnten die Autoren als Ratsmitglieder durchaus Kenntnis haben. Ob diese Mittel auch nachhaltig ausreichen ist hingegen offen und müsste thematisiert werden. Falls dies nicht der Fall ist, sind das Land und der Bund gefragt die finanziellen Mittel bereit zu stellen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Alleingang der Verwaltung?</h5>



<p>Zum anderen ist da die Kritik an der vermeintlich „eigenmächtigen“ Planung, die von der Verwaltung, respektive Bürgermeister, im Alleingang durchgeführt worden sei. Hierfür wolle man keine politische Verantwortung übernehmen. Richtig ist, dass der politische Raum sehr spät über einen Standort für weitere Flüchtlingsunterkünfte informiert wurde, und dann zu einem Zeitpunkt, an dem wesentliche Entscheidungen nach einem Abwägungsprozess innerhalb der Verwaltung schon getroffen wurden. Hier ist Kritik in Teilen durchaus berechtigt und führt zu der Frage, warum hier nicht früher kommuniziert wurde, und warum der von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Teil der Verwaltung nicht stärker am Entscheidungsprozess beteiligt wurde. </p>



<p>Richtig ist aber auch, dass es bereits zuvor immer wieder Hinweise in den entsprechenden Ausschüssen gegeben hat, dass die Unterbringungskapazitäten nahezu ausgeschöpft sind und die Verwaltung möglicherweise weitere Kapazitäten schaffen muss. Insofern lässt sich vermuten, dass der Stadtrat sich mit dieser Aussage bisher zufrieden gegeben hat, und gerade die CDU Horn gibt nun wenig nachvollziehbar die Überraschte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine überflüssige Informationsveranstaltung?</h5>



<p>In diesem Zusammenhang ist auch die Kritik an der Informationsveranstaltung zu sehen. Ist diese aufgrund des Stands der Planungen überflüssig? Nein, durchaus nicht. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Richtig ist, es sind bereits Entscheidungen getroffen worden und eine frühzeitigere Kommunikation der Sachlage auch in Richtung der Öffentlichkeit ist angezeigt gewesen. Falsch ist jedoch, dass die geplante Informationsveranstaltung den Bürgerinnen und Bürgern deshalb keinen Nutzen mehr bringt. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Informationsveranstaltung kann gerade für die direkt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner wichtig sein, um Fragen zu klären und bestehende Ängste zu artikulieren. </p>



<p>Denn zur Ehrlichkeit und er Kommunikation gehört auch, dass der Bau von Flüchtlingsunterkünften Sorgen und Ängste hevorruft. Dabei ist es unbedeutend, ob diese berechtigt sind. Da braucht es Information und Einordnung. Auch kann der Prozess erläutert werden, der letztlich zur Entscheidung führte Wohncontainer in der Tillestraße aufzustellen. Hier muss klar dargestellt werden, dass dies keine willkürliche Entscheidung gewesen ist. Information und Kommunikation bleiben wichtig. Zugleich muss in Zukunft frühzeitig informiert und kommuniziert werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Planung stoppen, alles auf anfang?</h5>



<p>Zentrale Forderung der CDU-Horn ist die Planungen zu stoppen. Sollte es diesen Planungsstopp geben? Richtig ist, dass die schlechte Kommunikation im Vorfeld viel Vertrauen gekostet hat. Ein Planungsstopp könnte hier zunächst einmal Gemüter beruhigen und die Möglichkeit bieten neu in die Debatte zu kommen. Die Darstellung der Stadt in der Pressemitteilung weist aber auch darauf hin, dass von Seiten der Verwaltung verschiedene Lösungen abgewogen wurden. Darüber hinaus stellt sich jedoch die Frage, was ein Planungsstopp, sollte die Entscheidung der Verwaltung nachvollziehbar und ohne gangbare Alternative sein, bedeutet, wenn am Ende eine Wiederaufnahme der Planungen steht? </p>



<p>Sicher, der Entscheidung würde auf der einen Seite eine erneute Abwägung vorangehen, welche in der Öffentlichkeit nachvollzogen und zu mehr Verständnis führen könnte. Auf der anderen Seite zieht sich dadurch die Planung in die Länge und erhöht das Risiko bei einer kurzfristigen Zuweisung von Flüchtlingen ohne Unterkünfte da zu stehen und dann übergangsweise auf die Turnhallen der Stadt zurückgreifen zu müssen. Hier ist eine Abwägung zu treffen, was an diesem Punkt gewichtiger ist. Die Information der Bürger kann, auch wenn unbefriedigend, kurzfristig nachgeholt werden. Unterkünfte hingegen können nicht kurzfristig aufgestellt werden, sondern müssten dann in städtischen Gebäuden kurzfristig hergerichtet werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Keine Verantwortung übernehmen?</h5>



<p>Abschließend drängt sich der Schluss auf, dass die Forderungen der Autoren insgesamt den Versuch darstellen sich &#8211; auch angesichts der in Teilen ablehnenden und zum Teil aggressiven Stimmung innerhalb der Bevölkerung im Hinblick auf das Vorhaben der Verwaltung &#8211; der Verantwortung für die Unterbringung von Flüchtlingen zu entziehen. Eine Verantwortung, der sich die Verwaltung nicht entziehen kann. So heißt es im Flüchtlingsaufnahmegesetz §1, dass die Gemeinden verpflichtet sind „ausländische Flüchtlinge“ aufzunehmen und unterzubringen. Die Zuteilung erfolgt nach Einwohner- und Flächenschlüssel (§3). Das bedeutet letztlich, dass die Kommunen weder entscheiden können, ob Flüchtlinge aufgenommen werden noch darüber wie viele aufgenommen werden.&nbsp;</p>



<p>Die Verantwortung für die Aufnahme und Unterbringung einer gemäß der Einwohnerzahl und Fläche Horn-Bad Meinberg gegebenen Anzahl an Flüchtlingen hat die Verwaltung. Der Rat als Teil der Verwaltung kann sich dieser Verantwortung ebensowenig entziehen. Es kann darüber diskutiert werden, ob zu spät informiert wurde oder ob es alternative Standorte gibt. Der Verantwortung für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen kann Verwaltung und Rat nicht entziehen. Schon gar nicht, indem von der CDU Horn proklamiert wird, dass die Kapazitäten der Stadt erschöpft seien. </p>



<p>Das mag vielleicht zutreffen oder auch nicht, ändert jedoch nichts daran, dass die Frage der Kapazitätsgrenze nicht im Horner Rathaus und nicht vom Bürgermeister entschieden werden. Am Ende müssen die Flüchtlinge untergebracht werden. Ist dies in bestehenden Einrichtungen nicht möglich, muss die Verwaltung weitere Kapazitäten schaffen. Dafür hat das Land Mittel bereit gestellt. Sollte die Stadt Horn-Bad Meinberg nun weitere Flüchtlinge zugewiesen bekommen, sollten ausreichend Unterkünfte bereitstehen. Dafür braucht es am Ende machbare Lösungen. Wohncontainer sind eine Lösung. Turnhallen sind es meiner Ansicht nach nicht.</p>


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<div class="wp-block-post-date"><time datetime="2024-08-29T21:01:07+00:00">29. Aug.. 2024</time></div><p>The post <a href="https://christianlanz.de/moechte-sich-die-cdu-in-horn-bad-meinberg-aus-der-verantwortung-stehlen/">Möchte sich die CDU aus der Verantwortung stehlen?</a> first appeared on <a href="https://christianlanz.de">Christian Lanz</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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